Herzlich willkommen beim Interkulturellen Netzwerk Westmünsterland

Hier gibt es eine Übersicht aller Covid-Teststationen im Kreis Borken!

Unser Netzwerk

Unser 2007 gegründetes Netzwerk ist ein Zusammenschluss von 20 gleichberechtigten Organisationen aus öffentlichen und freien Trägern, die den gesamten Kreis Borken abdecken.
Das Interkulturelle Netzwerk Westmünsterland trifft sich in der Regel dreimal im Jahr auf Einladung des Sprechers bzw. der Sprecherin. Es werden im Plenum Schwerpunktthemen gesetzt und Arbeitsgruppen für das laufende Jahr gebildet.

 

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„Vreden ist bunt“-Picknick: Rotes Kreuz informiert im Stadtpark

Ein gemütliches Beisammensein an der frischen Luft mit kulinarischen Highlights aus verschiedenen Kulturen: Am kommenden Sonntag, 19. September (11…

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Zusammen wachsen - Zusammen Leben. Bei uns im Kreis Borken.

Von der ersten Orientierung bis zur gelebten Integration.

Ein Film (ca. 42 Minuten) nit unterschiedlichen Integrationsgeschichten aus dem Kreis Borken.

Wer wir sind:

Was tun wir?

Integration - Unser Engagement im Kreis Borken seit 2007.

In den 17 Kommunen des Kreises Borken leben Menschen aus über 100 Ländern zusammen. Die Förderung der Integration, der gesellschaftlichen Teilhabe und des wertschätzenden Miteinanders sind die Ziele unseres Netzwerk.
Integration verstehen wir in unserer sich stetig wandelnden Einwanderungsgesellschaft als einen lebendigen Prozess, der auf Gegenseitigkeit beruht basierend auf Respekt, Toleranz und Achtung.

 

Unsere Aktivitäten

Die Aktivitäten des Netzwerk richten sich an den Bedarfen der Neubürgerinnen und Neubürger, seien sie EU-Bürger, Geflüchtete oder bereits seit langem hier lebende Menschen mit Migrationshintergrund. Seit der Gründung wurden große Fachtage mit renommierten Referentinnen und Referenten, durchgeführt, zu den Schwerpunkten, wie z.B. Familie, Bildung, Flüchtlinge, Integration durch Sport, Gesundheit, etc.

Die Arbeitskreise setzen sich themenorientiert zusammen, aktuell gibt es eine Arbeitsgruppe der Flüchtlingsberaterinnen und – berater, eine zum Thema „Mobilität im ländlichen Raum“, eine weitere zum Thema „Sprachförderung“ sowie eine zum Thema „Öffentlichkeitsarbeit.“

Gerne stehen wir für weitere Auskünfte zur Verfügung.

Marijan Renić (Caritas-Integrationsagentur)

Iris Schlautmann (DRK-Integrationsagentur)

Veranstaltungsmaterialien

Aktuelles aus der Integrationsarbeit

Flüchtlingsrat NRW - Aktuelles

  • Aufruf: Gefährdete Afghaninnen und Afghanen weiter aufnehmen – Bundes- und Landesaufnahmeprogramme sind nötig!

    <p>Bochum, 09.09.2021<br> Pressemitteilung 14/2021</p> <p><strong>Gefährdete Afghaninnen und Afghanen weiter aufnehmen – Bundes- und Landesaufnahmeprogramme sind nötig!</strong></p> <p>Vor zwei Wochen, am 26. August 2021, ist die deutsche Evakuierungsaktion aus Afghanistan nach der Machtergreifung der Taliban eingestellt worden. Viele gefährdete Menschen sitzen aber mit ihren Familien immer noch in Afghanistan fest: Mitarbeitende lokaler Partnerorganisationen und deutscher Organisationen, Frauenrechtsverteidigerinnen und Menschenrechtsaktivistinnen, Journalistinnen, bei Subunternehmen beschäftigte Ortskräfte und Regierungsangestellte, die für einen demokratischen Staat und eine unabhängige Justiz eingetreten sind. Zudem sind Angehörige von in Deutschland lebenden Afghaninnen und Deutschen in Gefahr, sie werden zum Teil bereits von den Taliban gesucht. Für sie sieht die Bundesregierung aktuell keine Aufnahme vor. In den vergangenen Wochen erreichten Tausende verzweifelte Hilferufe die unterzeichnenden Organisationen. Diesen Menschen muss schnellstmöglich eine Aufnahme ermöglicht werden!</p> <p>Das Ausfliegen gefährdeter Afghaninnen startete zu spät, um alle Gefährdeten zu retten. Darüber hinaus hat die Bundesregierung den Kreis für die Aufnahme in Frage kommender Menschen zu eng gefasst. Die Europäische Union, die Türkei und die Nachbarstaaten Afghanistans schließen ihre Grenzen.</p> <p>Angesichts des jahrelangen NATO-Einsatzes und des politischen sowie bürokratischen Versagens in den vergangenen Monaten steht Deutschland, wie andere Länder auch, in der Verantwortung, Bedrohte aufzunehmen. Hinzu kommt, dass Tausende Gefährdete Angehörige haben, die bereits in Deutschland leben. Es gibt eine starke afghanische Gemeinschaft und eine aktive Zivilgesellschaft in Deutschland, die den neu Ankommenden bei Ankunft und gesellschaftlicher Teilhabe unterstützend zur Seite stehen werden. Es gilt jetzt, Menschenleben zu retten!</p> <p> </p> <p><strong>Wir fordern:</strong></p> <p><strong>1. Ad hoc-Maßnahmen: Sichere Ausreise und weitere Aufnahmezusagen für besonders gefährdete Afghaninnen</strong></p> <p><strong>Sichere Ausreise: </strong>Außenminister Heiko Maas hat die Aufnahme von rund 40.000 Ortskräften sowie von bis zu 10.000 besonders schutzbedürftigen Menschen zugesagt. Nun muss die Bundesregierung bei Verhandlungen und in Zusammenarbeit mit der internationalen Gemeinschaft alles dafür tun, damit gefährdete Menschen auch nach dem vollständigen Abzug der internationalen Truppen aus Afghanistan in Sicherheit gelangen können, zum Beispiel durch zivile Flüge aus Afghanistan oder einem Nachbarstaat.<br> Es müssen Vereinbarungen mit den Nachbarländern Afghanistans getroffen werden, die gefährdeten Personen eine Einreise in diese Länder und die Weiterreise nach Deutschland ermöglichen. Die Bundesregierung muss sich dafür einsetzen, dass die gefährdeten Menschen die Nachbarstaaten sicher erreichen können. Dazu gehört auch eine digitale Bestätigung der Bundesregierung über die Aufnahmezusage, die die Betroffenen bei Bedarf vorzeigen können.<br> Um die Aufnahme nach Deutschland schnell zu ermöglichen, sollten Charterflüge organisiert sowie Visa-on-Arrival erteilt werden. Mit Blick auf das schlechte Krisenmanagement der vergangenen Wochen müssen feste Ansprechpartnerinnen in den Behörden eingerichtet werden, die Informationen zu Aufnahmezusagen und Ausreisen gegenüber betroffenen Einzelpersonen und Organisationen transparent machen und für zivilgesellschaftliche Akteurinnen ansprechbar sind.</p> <p><strong>Aufnahmezusagen für besonders gefährdete Personen:</strong> Die Listen des Auswärtigen Amtes mit besonders gefährdeten Personen müssen weitergeführt werden. Eine Aufnahme nach § 22 Satz 2 AufenthG muss auch Menschen offen stehen, die es bisher nicht geschafft haben, sich beim Auswärtigen Amt registrieren zu lassen. Es ist inakzeptabel, dass mit dem 26. August eine willkürliche Frist gesetzt wurde – ihre Gefährdung muss zählen, ein Ausschlussdatum verhindert dies. Im Weiteren muss es Aufnahmezusagen als Ortskräfte auch für gefährdete Personen geben, die über Subunternehmer für deutsche Einrichtungen und Organisationen tätig waren, und alle gefährdeten Familienmitglieder – nicht nur Ehepartnerinnen und minderjährige Kinder – müssen umfasst sein.</p> <p> </p> <p><strong>2. Weitere Aufnahme über ein Bundesaufnahmeprogramm</strong><br> Bundesaufnahmeprogramm für gefährdete Afghaninnen: Für gefährdete Personen, die nicht die aktuellen engen Kriterien der Bundesregierung erfüllen, aber z.B. aufgrund ihrer Tätigkeiten nicht mehr sicher in Afghanistan leben können, braucht es ein Bundesaufnahmeprogramm nach § 23 Abs. 2 AufenthG. Damit darf nicht bis nach der Bundestagswahl gewartet werden. Die Bundesländer sollten diesen Prozess unterstützen.</p> <p><strong>Berücksichtigung beim Resettlement: </strong>Bislang werden afghanische Flüchtlinge, die zum Teil seit vielen Jahren unter prekären Bedingungen in den Nachbarländern Afghanistans leben, von Deutschland nicht für das UN-Resettlement-Programm berücksichtigt. In Anbetracht der Not in der Region müssen afghanische Flüchtlinge im Rahmen des Resettlement-Programms von allen Aufnahmeländern berücksichtigt und die Aufnahmequoten stark erhöht werden.</p> <p> </p> <p><strong>3. Angehörige von in Deutschland lebenden Menschen schützen</strong><br> Die Machtübernahme der Taliban gefährdet alle Menschen mit Verwandten, die im Westen leben. Laut Berichten von Menschen vor Ort wird zum Teil schon gezielt nach entsprechenden Familienmitgliedern gesucht. Entsprechend sind viele Menschen in Deutschland in großer Angst um ihre Angehörigen.</p> <p><strong>Einen schnellen Familiennachzug: </strong>Alle deutschen Auslandsvertretungen müssen Visa für afghanische Staatsangehörige ausstellen (sogenannte Globalzuständigkeit). Visaverfahren zur Familienzusammenführung müssen nun priorisiert, zügig in Deutschland bearbeitet und unter Ausschöpfung aller Ermessenspielräume umgehend entschieden werden. Zusätzlich müssen die Kapazitäten der Auslandsvertretungen in der Region massiv ausgebaut werden. Bürokratie muss abgebaut und die Anforderungen an Dokumente müssen heruntergefahren werden. Von Erteilungsvoraussetzungen wie Sprachnachweisen ist angesichts der aktuellen Situation abzusehen.<br> Angesichts der dramatischen Lage in Afghanistan muss der Begriff der außergewöhnlichen Härte großzügig ausgelegt werden, um den Familiennachzug anderer Angehöriger, wie etwa erwachsener lediger Kinder, zu ermöglichen.</p> <p><strong>Landesaufnahmeprogramme für Angehörige: </strong>Da viele Afghaninnen trotz Angehöriger in Deutschland vom Familiennachzug ausgeschlossen sind, bedarf es – wie schon für Angehörige von syrischen Flüchtlingen – Landesaufnahmeprogramme nach § 23 Abs. 1 AufenthG. Diese müssen auch den Nachzug von Angehörigen außerhalb der Kernfamilie ermöglichen. Fehler aus den bisherigen Programmen bezüglich unerfüllbarer Verpflichtungserklärungen dürfen sich nicht wiederholen.</p> <p> </p> <p><strong>4. Schutz und Perspektive für Afghaninnen in Deutschland</strong><br> Zugleich ist es auch dringend notwendig, in Deutschland lebenden Afghaninnen eine sichere Perspektive zu bieten. Für viele bedeutet die Machtübernahme der Taliban, dass für sie eine Rückkehr nach Afghanistan auf absehbare Zeit ausgeschlossen ist. Dies muss sich auch in einer geänderten Anerkennungspraxis des BAMF niederschlagen. Zudem braucht es einen generellen Abschiebungsstopp und eine Bleiberechtsregelung.</p> <p> </p> <p>Den Aufruf mit allen Unterzeichnenden finden Sie <a href="http://example.comfileadmin/frnrw/media/downloads/Pressemitteilungen/20210909_Gemeinsamer_Aufruf_Aufnahme_Afghanistan.pdf">hier</a> als PDF-Datei.</p> <p> </p>

  • Pressemitteilung der Landesflüchtlingsräte und PRO ASYL: Aufnahme, Familiennachzug und Bleiberecht für Afghan:innen

    <p>Bochum, 03.09.2021<br> Pressemitteilung 13/2021</p> <p><strong>Gemeinsame Pressemitteilung der Landesflüchtlingsräte und PRO ASYL</strong><strong> </strong></p> <p><em>Auf ihrer diesjährigen Herbstkonferenz haben sich die Flüchtlingsräte der Bundesländer und PRO ASYL mit den geflüchteten und auf der Flucht befindlichen Menschen aus Afghanistan solidarisiert. Neben der Aufnahme der so genannten Ortskräfte fordern wir die Ermöglichung des Familiennachzugs und das Bleiberecht für die bereits in Deutschland lebenden Afghan:innen.</em></p> <p>Tausende Afghan:innen wenden sich derzeit in der verzweifelten Hoffnung an uns, einen Ausweg aus der lebensbedrohlichen Lage und Schutz im Ausland zu finden. Die Bundesregierung hat es unterlassen, besonders bedrohten Menschen rechtzeitig eine sichere Fluchtperspektive zu eröffnen und ihre Evakuierung aus Afghanistan umzusetzen. Statt Notfallpläne zu entwickeln und die bedrohten Menschen rechtzeitig mit Papieren zu versehen, wurden bis zuletzt Abschiebungen durchgesetzt.</p> <p>Trotz dieser verantwortungslosen Politik wird es auch in Zukunft bedrohten Menschen gelingen, den Taliban zu entkommen. Dabei geht es nicht nur um die so genannten Ortskräfte, sondern auch um andere bedrohte Afghan:innen und insbesondere um die Familienangehörigen von bereits in Deutschland lebenden Afghan:innen. In Deutschland leben tausende Menschen aus afghanischen Communities, es gibt selbstorganisierte Strukturen und Beratungsnetzwerke, schon allein deshalb trägt Deutschland eine besondere Verantwortung bei der Aufnahme von geflüchteten Menschen aus Afghanistan.</p> <p>Birgit Naujoks vom Flüchtlingsrat NRW: „Es ist jetzt notwendig, die Flüchtenden konkret zu unterstützen, und die Voraussetzungen für Ihre Aufnahme zu schaffen. Außerdem muss endlich der Familiennachzug ermöglicht werden.“ Unsere Forderungen:</p><ul><li>Die Einreise der etwa 40.000 sogenannten Ortskräfte und ihrer Familienangehörigen muss ermöglicht werden.</li> <li>Der Familiennachzug zu afghanischen Geflüchteten in Deutschland darf nicht länger, wie bereits seit Jahren von uns und auch von UNHCR kritisiert, verzögert oder ganz blockiert werden.</li> <li>Gebraucht werden außerdem humanitäre Aufnahmeprogramme von Bund und Ländern mit dem Ziel, die genannten Gruppen sowie afghanische Geflüchtete aus den umliegenden Ländern, schnell und unbürokratisch in Deutschland aufzunehmen.</li> <li>Sofortiger und bedingungsloser Abschiebestopp und sicheres Bleiberecht für alle afghanischen Staatsangehörigen in Deutschland, deren Asylgründe bislang nicht anerkannt und die zur Ausreise aufgefordert wurden.</li> <li>Visa-Anträge müssen bei jeder deutschen Auslandsvertretung angenommen werden, hierfür muss das Personal in den Botschaften aufgestockt werden. Zudem dürfen keine Originaldokumente aus Afghanistan zum Nachweis von familiären Bindungen oder Sprachnachweise für Ehepartner:innen eingefordert werden, sondern muss vielmehr für die Visumserteilung eine Globalzustimmung des Innenministeriums reichen.</li> </ul><p>„Aufnahme, Familiennachzug und Bleiberecht dürfen dabei nicht an der mangelnden Zuständigkeit von Auslandsvertretungen, an nicht beschaffbaren Dokumenten, an Verpflichtungserklärungen oder an einem verengten Familienbegriff scheitern“, so Naujoks weiter.</p> <p> </p> <p>Für eventuelle Rückfragen stehen wir unter der angegebenen Telefonnummer zur Verfügung.<br><strong>Birgit Naujoks</strong>, Flüchtlingsrat Nordrhein-Westfalen e.V.</p> <p><strong>Die vollständige Pressemitteilung als PDF ist <strong><strong><strong><a href="http://example.comfileadmin/frnrw/media/downloads/Pressemitteilungen/20210903_Gemeinsame_PM_Afghanistan.pdf"><strong><strong><strong><strong>hier</strong></strong></strong></strong></a></strong></strong></strong> verfügbar.</strong></p>

  • PRO ASYL kritisiert Deutschlands Vorgehen hinsichtlich der Aufnahmezusagen

    <p><a href="https://www.proasyl.de/pressemitteilung/pro-asyl-kritisiert-engherzig-gefasste-aufnahmezusagen-deutschlands/" target="_blank">Pressemitteilung von PRO ASYL vom 27.08.2021:</a></p> <p><strong>Die Menschenrechtsorganisation kritisiert, der Begriff der Ortskraft ist zu eng gefasst, und bietet einen Überblick über weitere Gruppen schutzbedürftiger Afghan*innen, die jetzt schnell eine Schutzzusage brauchen.</strong><br><br> PRO ASYL kritisiert die heute vom Auswärtigen Amt <a href="https://proasyl.gu-marketingsuite.com/Prod/link-tracker?redirectUrl=aHR0cHMlM0ElMkYlMkZ3d3cuYXVzd2FlcnRpZ2VzLWFtdC5kZSUyRmRlJTJGc2VydmljZSUyRmFmZyUzRm9wZW5BY2NvcmRpb25JZCUzRGl0ZW0tMjQ3ODQ2Mi00LXBhbmVs&amp;sig=2ThfYopG3LDJZUEBGuRxtew313Ut3bEsoS2hSLqRkSkR&amp;iat=1630065623&amp;a=1000402738&amp;account=proasylde.activehosted.com&amp;email=sRopZ2ld%2BMs%2FTW%2BXgOAaJw%3D%3D&amp;s=53b3008517a4c92fc6d3f9487815b88b&amp;i=278A452A8A3782" target="_blank">veröffentlichten Hinweise</a> für deutsche Staatsangehörige und weitere Schutzbedürftige aus Afghanistan als völlig unzureichend. Denn sie legen nahe, dass nur diejenigen Gefährdeten aus der afghanischen Zivilgesellschaft auf Schutz hoffen dürfen, die bis jetzt von der Bundesregierung als besonders gefährdet identifiziert und gelistet worden sind. Doch längst nicht alle hatten die Chance dazu. Tausende Gefährdete sind zurückgelassen worden.<br><br> „Viele Menschen können gar nicht auf eine Aufnahmezusage hoffen, weil der Kriterienkatalog der Bundesregierung viel zu eng gefasst ist", kritisiert Geschäftsführer Günter Burkhardt. PRO ASYL <a href="https://proasyl.gu-marketingsuite.com/Prod/link-tracker?redirectUrl=aHR0cHMlM0ElMkYlMkZ3d3cucHJvYXN5bC5kZSUyRm5ld3MlMkZmbHVjaHQtYXVzLWFmZ2hhbmlzdGFuLXdhcy1kZXV0c2NobGFuZC1qZXR6dC1tYWNoZW4tbXVzcyUyRg==&amp;sig=ETmLvtn4LCZsNt2PNvTu74mJ5B3MffnrM2oGdy1SVR5Y&amp;iat=1630065623&amp;a=1000402738&amp;account=proasylde.activehosted.com&amp;email=sRopZ2ld%2BMs%2FTW%2BXgOAaJw%3D%3D&amp;s=53b3008517a4c92fc6d3f9487815b88b&amp;i=278A452A8A3783" target="_blank">fordert</a>, auch weiteren gefährdeten Personen die Einreise nach Deutschland zu ermöglichen. Überhaupt nicht im Blick ist, dass <a href="https://proasyl.gu-marketingsuite.com/Prod/link-tracker?redirectUrl=aHR0cHMlM0ElMkYlMkZ3d3cucHJvYXN5bC5kZSUyRm5ld3MlMkZtZWluLWtvZXJwZXItaXN0LWhpZXItYWJlci1tZWluZS1zZWVsZS1pc3QtYmVpLW1laW5lci1mYW1pbGllLWluLWFmZ2hhbmlzdGFuJTJG&amp;sig=8GtCB4ykqxTKKXXVe4CfvyGfbD43Ptmy8BqPGFqT4tRN&amp;iat=1630065623&amp;a=1000402738&amp;account=proasylde.activehosted.com&amp;email=sRopZ2ld%2BMs%2FTW%2BXgOAaJw%3D%3D&amp;s=53b3008517a4c92fc6d3f9487815b88b&amp;i=278A452A8A3784" target="_blank">Familienangehörige</a> von Menschen, die in Deutschland als Flüchtlinge anerkannt wurden, in großer Gefahr sind. Auch sie brauchend nun dringend Aufnahmezusagen, ebenso wie folgende Personengruppen: Journalist*innen, Menschenrechtler*innen, Afghan*innen, die bei Subunternehmen angestellt, aber de facto für deutsche Einrichtungen tätig waren, und solche, die bei der GIZ oder anderen deutschen Entwicklungsorganisationen gearbeitet haben.<br><br><strong>PRO ASYL fordert vom Bundesinnenministerium, den Länderinnenminister*innen und der Bundesregierung:</strong><br><br> • Die Fortsetzung der Evakuierung aus Nachbarstaaten<br> • Schriftliche Aufnahmezusagen für gefährdete Personen, die in Afghanistan festsitzen<br> • Humanitäre Visa für Ortskräfte und andere gefährdete Personen nach § 22 Satz 2 AufenthG<br> • Schnellen und unbürokratischen Familiennachzug zu in Deutschland Schutzberechtigten<br> • Ein Bundesaufnahmeprogramm für gefährdete Afghan*innen (auch aus Anrainerstaaten) nach § 23 Abs. 2 AufenthG und Zustimmung für Landeaufnahmeprogramme<br><br> Täglich gehen bei PRO ASYL verzweifelte Hilferufe von gefährdeten Afghan*innen ein, die aus dem Raster fallen. Hier eine Übersicht, um welche Personengruppen es sich handelt, mit beispielhaften Fällen.<br><br><strong>Zurückgelassen: Familienangehörige, die nicht zur „Kernfamilie" gehören</strong><br><br> Najibullah* ist eine ehemalige Ortskraft und lebt seit vielen Jahren in Deutschland. Einem seiner Söhne wurde der Familiennachzug vor Jahren verweigert, da er schon volljährig war. Er wurde daraufhin von den Taliban als Racheaktion entführt und gefoltert, als „Ersatz" für seinen in Deutschland lebendem Vater. Diesem wurden Fotos und Videos der Gräueltaten zugeschickt. Die Bundesregierung hat es mehrfach abgelehnt, die Familie des Gefolterten einreisen zu lassen. Die Begründung: Erwachsene Kinder zählen nicht zur „Kernfamilie" und sind daher vom Familiennachzug ausgenommen. </p> <p><br> So geht es auch der 23-Jährigen Sahar*: Im Juli wurde ihre Familie im Rahmen des Ortskräfteverfahrens nach Deutschland ausgeflogen, da ihr Vater für die Bundeswehr gearbeitet hatte. Ihm, seiner Frau und drei minderjährigen Kindern wurde die Einreise gestattet – nicht aber der 23-jährigen, ledigen Sahar. Sie gehört nicht zur „Kernfamilie". Nun lebt Sahar als junge, unverheiratete Frau ohne Verwandte völlig auf sich gestellt in Afghanistan. Ihr Vater wurde, nachdem er vom Sieg der Taliban gehört hatte, infolge eines Zusammenbruchs ins Krankenhaus eingeliefert.</p> <p><br> „Wir wenden uns in tiefer Verzweiflung an Euch", beginnt eine Mail von Hafis*. Er war als Ortskraft für die Bundeswehr in Afghanistan tätig und lebt seit 2015 in Deutschland. Ein Bruder von ihm hat ebenfalls für die Bundeswehr gearbeitet, er, seine Frau und deren Kinder wären visaberechtigt. Ein weiterer Bruder war für die GIZ tätig. Die ganze Familie lebt zusammen in einem Haus im Norden Afghanistans und wird von den Taliban mit dem Tod bedroht. Es gab bereits drei Anschläge, die sie überlebt haben. „Wir können uns nicht darauf verlassen, dass der vierte Anschlag auch misslingen wird", schreibt uns Hafis. „Wenn mein visaberechtigter Bruder das Land verlässt, lässt er unsere Mutter und unsere Schwestern schutzlos zurück. Wenn er geht, wird es für alle anderen noch schlimmer. Diese Familie wird in Afghanistan sterben", lautet die verzweifelte Nachricht von Hafis.<br><br><strong>Zurückgelassen: Besonders Schutzbedürftige, darunter viele exponierte Frauen</strong><br><br> Maryam* war in wichtiger Position im Justizwesen beschäftigt und hat Verfahren gegen die Taliban geführt. Die Demokratisierung von Afghanistan hat sie aus voller Überzeugung unterstützt. Vor drei Wochen verschafften sich Taliban Zutritt zu ihrem Wohnhaus; ihr Ehemann konnte ihr Versteck verbergen. Die Mutter kleiner Kinder floh sofort und wechselt nun jede Nacht zu einer anderen Unterkunft, da die Taliban ununterbrochen alle Häuser nach Kollaborateuren durchsuchen. Ihre Schwester und ihr Schwager leben in Deutschland, zu ihnen könnte sie ziehen. Zwar hat sie nach Wochen des Bangens und Zitterns eine Aufnahmezusage bekommen, jedoch erst am Abend bevor die Luftbrücke endete – also zu spät.<br><br><strong>Zurückgelassen: Subunternehmer, die keinen deutschen Arbeitsvertrag vorweisen können</strong><br><br> Hochgradig gefährdet sind auch Afghanen wie Adil*. Er arbeitete neun Jahre lang für ein Sicherheitsunternehmen und bewachte eine wichtige deutsche Einrichtung. Als Wachmann war er auf dem Präsentierteller, jeder kennt sein Gesicht. Doch weil er nicht direkt von der deutschen Einrichtung angestellt worden war, sondern über ein Subunternehmen, zählt er für die Bundesregierung nicht als Ortskraft. <br><br><strong>Zurückgelassen: Mitarbeiter*innen der Entwicklungszusammenarbeit</strong><br><br> PRO ASYL ist der Fall eines Mannes bekannt, der 11 Jahre lang in wichtiger Funktion bei der GIZ angestellt war. Hamid* ist um die Fünfzig, seine Frau sitzt im Rollstuhl – eine Flucht ist daher schwieriger als ohnehin schon und ohne Hilfe von außen kaum möglich. Eine Tochter des Paares lebt mit ihren Kindern in Deutschland, sie zittert und bangt um ihre Eltern.<br><br> Ähnlich verhält es sich mit Mohamed*, der ebenfalls in Deutschland lebt und sich mit einem Hilferuf an die Bundesregierung und an PRO ASYL gewandt hat. Seine Schwester ist mit ihrer Familie in akuter Gefahr: ihr Mann war zunächst in der deutschen Entwicklungshilfe tätig und arbeitete anschließend als Kommandant in einem Gefängnis, in dem Taliban inhaftiert waren. Er konnte untertauchen, doch die Taliban durchsuchten das Haus der Familie bereits drei Mal und drohen, die kleine Tochter mitzunehmen und zu verheiraten, wenn der Vater sich nicht stellt.  Ein Familienmitglied ist bereits geköpft worden.<br><br><strong>Zurückgelassen: Journalist*innen, Menschenrechtler, Demokratie-Aktivisten</strong><br><br> Omid* ist Journalist und war sowohl für die Bundeswehr direkt als auch für ein Medienzentrum, das die Bevölkerung über den NATO-Einsatz aufklären sollte, als Kameramann, Cutter sowie Redakteur tätig. Von Januar 2015 bis zum Abzug der Truppen Ende Juni 2021 half er dabei mit, seinen Landsleuten den Einsatz zu vermitteln und dafür zu werben. Zudem steht er in der Öffentlichkeit - ist aktiv bei Twitter, positionierte sich in seinen Videobeiträgen gegen die Taliban und gab deutschen Medien Interviews. In seiner Heimat fühlte er sich aufgrund der näherrückenden Extremisten nicht mehr sicher und floh nach Kabul. Seine Frau, seine Kinder und seine Eltern ließ er zurück – in der Hoffnung, ihnen werde nichts geschehen, wenn er untertaucht.  <br><br><em>*Alle Namen wurden aus Schutzgründen geändert </em></p> <p> </p>

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