Ich bin Deutscher, lebenslänglich. Zumindest sagt das mein Pass. Ich spreche sogar so gut Deutsch, dass ich diesen Sprachwitz verstehe: »Der Dativ ist dem Genetiv sein Tod.«
Aber: Ich esse weder Schweinefleisch, noch trinke ich Bier oder Kaffee, jubele nicht über deutsche Spitzenautos – und ein Kopftuch trage ich auch nicht … aber Fußball liebe ich. Olé!
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Die deutsche Sprache hat viele Gesichter: Regionale Dialekte wie das Schwäbische im Süden oder das Sächsische im Osten und ganz eigene Sprachen wie das Plattdeutsche im Norden spiegeln kulturelle Vielfalt und historische Entwicklungen wider. Sie prägen Identität, Alltag und zwischenmenschliche Nähe. Grob werden 5 Dialektgruppen mit 36 Unterdialekten, die teilweise stark ortsabhängig sind, unterschieden (Peter Wiesinger: Die Einteilung der deutschen Dialekte. ISBN 3-11-009571-8).
Mit Personen aus dem Migrationsbereich habe ich wegen Aussehen oder Sprache keine Probleme. Mit der plattdeutschen Sprache oder dem Schweizerdeutsch hingegen eine Menge. Denke einfach, die schönen Sprachen der Gesten und der Mimik sind universell und helfen sehr bei der Verständigung.
Hatte mal bei Internetbekanntschaften eine Frage zu beantworten. Die Person sagte mir, sie habe eine schwarze Hautfarbe, ob ich damit ein Problem hätte. Ich habe geantwortet: Ob du schwarz bist oder weiß oder gestreift, wie ein Zebra, ist mir piepegal. Die andere Person war insgesamt sehr erfreut. Sie teilte mir allerdings mit, in ihrem Land gäbe es keine Leute, die gestreift seien, wie ein Zebra. Ob das in meinem Land anders sei …
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Bei dem beschriebenen Lied, dessen erste Takte du im vorherigen Video hörst, handelt es sich um das Stück »Der Wanderer an den Mond« von Franz Schubert (1826).
Auch schreibe ich gern Bücher. Zukunftsbücher. In einem davon bricht ein Raumschiff von einer gefährdeten Erde auf. Ein paar tausend Menschen sind unterwegs. Jeder darf mitfliegen, egal, welche Hautfarbe, Religion, Ethnie, Geschlecht oder sonst was Unterscheidendes. Eine Grundbedingung allerdings muss jeder erfüllen: Keine Gewalt gegen andere und Achtung vor jedem anderen.
Nach dem Lesen des Buches (nur für meine nähere Umgebung geschrieben) kamen schon dem einen oder anderen echte Zweifel, ob ich denn nun wirklich ein richtiger Deutscher sei.
Ich lade dich ein, liebe Leserin und lieber Leser dieser Zeilen, mitzufliegen. Ich muss dir allerdings mitteilen: An Bord gibt es kein Finanzamt …
Willst du mitfliegen?
Danke für deine Aufmerksamkeit!
Wir möchten an dieser Stelle darauf hinweisen, dass das Rote Kreuz nicht für die Inhalte der Geschichten verantwortlich ist. Seine Rolle beschränkt sich auf die mediale Aufarbeitung und Präsentation und spiegelt insbesondere nicht die Meinung des Roten Kreuzes wider. Persönliche Erfahrungen sind vielschichtig, individuell und subjektiv geprägt.